01 Einleitung & Zielsetzung
Schenker Hydraulik ersetzt die gewachsene MS-Access-Anwendung schenker_appl (Access-Frontend + SQL Server, seit ~2010) durch eine neue Applikation «appl-v2». Die neue App ist keine 1:1-Portierung, sondern strukturiert das Auftragsgeschäft neu — prozessorientiert, mit permanenten Stammdaten für Anlagen und Komponenten und mit durchgängiger digitaler Dokumentation (Fotos, Dokumente, Historie).
Es ist ausdrücklich keine Eins-zu-eins-Übertragung der alten Access-Lösung — hinter der Neustrukturierung steckt echte Konzeptarbeit.
Workshop 02.07.2026Leitprinzipien (aus Mockups und Workshop)
| Prinzip | Bedeutung |
|---|---|
| Tab-Navigation | Jedes Modul (Kunde, Anlage, Komponente, Auftrag, Betriebsmittel) ist ein Datensatz mit horizontalen Tabs statt verschachtelter Dialoge |
| Steckbrief-Prinzip | Stammdaten werden einmal erfasst und wiederverwendet: Anlagen, Komponenten/Hauptteile, Betriebsmittel haben je einen «Steckbrief» |
| Prozessorientierter Auftrag | Der Auftrag folgt Tabs entlang des realen Werkstatt-Workflows (Aufnahme → … → Rechnung) |
| Permanente Identität | Komponenten erhalten eine bleibende Artikelnummer (intern + Kunden-Art.-Nr.), unabhängig von der Auftragsnummer — saubere Historie über Reparaturen hinweg, SAP-kompatibel für Kunden |
| Durchgängige Änderungshistorie | Auf jeder Seite abrufbar: wer hat wann welches Feld geändert (alter Wert → neuer Wert). Erfassung pro Mitarbeiter/in, nicht mehr pro Abteilung/Station wie in der Alt-App |
| Statusampeln | RotGrün Signalisierung für Material- und Bearbeitungsfortschritt in allen Übersichten |
| Digitale Dokumentation überall | Fotos, Dokumente und E-Mails direkt am Objekt (Kunde, Anlage, Komponente, Auftragsschritt) ablegbar |
| Spracheingabe | Bemerkungs-/Beschreibungsfelder mit Diktier-/Sprachaufnahmefunktion (v.a. Schadensbeschreibung in der Werkstatt) |
02 Navigation & Modulübersicht
Linke Sidebar (aus den Mockups):
| Modul | Zweck | Kapitel |
|---|---|---|
| Dashboard | Übersicht/Führungsinstrument | Kap. 10.7, Kap. 12 (Entscheid offen) |
| Kunden | Kundenstamm mit Tabs (Stammdaten … CRM) | Kap. 3 |
| Anlagen | Kundenanlagen & interne Anlagen (Steckbriefe) | Kap. 4 |
| Komponenten | Hauptteile/Komponenten mit permanenter Artikelnummer | Kap. 5 |
| Aufträge | Prozessorientierte Auftragsabwicklung | Kap. 6 |
| Betriebsmittel | Eigene Betriebsmittel mit Prüffristen | Kap. 7 |
| Service & Einsatzplanung | Fahrzeug- und Maschinenplanung (Kalender/Gantt) | Kap. 8 |
| Lager & Logistik | — noch zu erarbeiten | Kap. 12 |
| Einkauf & Lieferanten | Material, Bestellungen, Lieferantenbewertung — teilweise erarbeitet | Kap. 6.4/6.6, Kap. 12 |
| Auswertungen & Qualität | Reports, Qualitätsmeldungen | Kap. 10.7 / Gap-Analyse |
| Stammdaten & System | Bearbeitungen, Teiletypen, Benutzer, Einstellungen | Kap. 10.4/10.5 |
Objekthierarchie
grün = neue permanente Stammdatenobjekte (in der Alt-App nicht vorhanden)
03 Modul Kunde
Die Kundenakte ist der Master-Datensatz mit Tabs: Stammdaten · Anlagen & Komponenten · Aufträge · Spezifikationen · Dokumente · CRM · Konditionen.
Kopfbereich (auf jedem Tab sichtbar): Kunden-Badge/Klassierung (z.B. «A-Kunde»), Kunden-ID, Firmenname, Ort/Land, Branche, Status Aktiv, frei vergebbare Tags (z.B. «A-Lieferant», «Schiffbau», «Hydraulik-Wartung») sowie der zuständige Kundenbetreuer (Popover mit Anruf-/E-Mail-Aktion). Kopfaktionen: Bearbeiten, Neue Anlage, Export PDF / Kundenakte öffnen.
3.1 Stammdaten

- Unternehmensdetails: Branche (Auswahlliste), Quelle (wie kam der Kunde zu Schenker, z.B. Weiterempfehlung), Telefon Zentrale, E-Mail Zentrale, Webseite
- E-Mail-Adressen (rollenbasiert): je eine Empfängeradresse für Offerte, Auftragsbestätigung und Rechnungen, erweiterbar um E-Mail-Verteiler. Diese Adressen belegen den Kommunikations-Block am Auftrag vor (Kap. 6.1) und steuern den Belegversand (Kap. 6.5)
Je nach Kunde gehen Offerte, Auftragsbestätigung und Rechnung an unterschiedliche Stellen — manchmal an drei Adressen, manchmal an eine einzige.
Workshop 02.07.2026 - Adressen: Standard-Rechnungsadresse und Standard-Lieferadresse (vollständige Postadressen), Kartenansicht mit «Route starten». Weitere Adressen hinterlegbar; am Auftrag wird pro Auftrag aus den Kundenadressen gewählt (Kap. 6.1)
- Kontaktpersonen: Tabelle mit Name, Rolle/Position, Telefon, E-Mail; genau ein markierter Hauptkontakt (Stern); Aktion «+ Neue Kontaktperson». Kontaktpersonen sind am Auftrag und beim Belegversand referenzierbar
3.2 Anlagen & Komponenten (Sicht auf Kap. 4/5)

Aggregierte Sicht auf alles, was beim Kunden steht:
- Aktive Anlagen (mit Gesamtzähler): Bild, Bezeichnung, Standort, Werk, Status, Datum, Aktion «Details» → Anlagen-Detail (Kap. 4). Statuswerte: In Betrieb Wartung fällig Störung In Installation
- Komponenten: Bild, ID/Nummer, Bezeichnung, Datum, Standort, Status, verlinkte übergeordnete Anlage → Komponenten-Detail (Kap. 5)
- Aktionen: «+ Neue Anlage», «+ Komponenten hinzufügen»
Gewünscht ist genau diese Baumstruktur bzw. Übersicht: Welche Anlage steht bei welchem Kunden?
Workshop 02.07.20263.3 Aufträge

- KPI-Kacheln: Offene Aufträge · In Arbeit · Abgeschlossen (YTD) · Überfällig
- Auftragsübersicht pro Kunde: Auftragsnummer, Datum, Bemerkung, Kommission (Kundenreferenz, z.B. Schiff/Aggregat), Status (In Planung / In Arbeit / Überfällig / Abgeschlossen); Filter, Paginierung, «+ Neuer Auftrag» direkt aus der Kundenakte
- Mockup zeigt zusätzlich einen Diagnose-Feed («Letzte Systemdiagnosen») — als Idee zu werten, Relevanz/Datenquelle im Feinkonzept klären
3.4 Spezifikationen Neues Kernkonzept

Kundenweite Standing Rules («Master»), die bei jedem neuen Auftrag automatisch übernommen werden, damit die Werkstatt sofort weiss, welche Vorgaben gelten — ohne Nachfragen und ohne erneutes Erfassen. Die Inhalte speisen unterschiedliche Prozessschritte: Transport-Regeln → Logistik/Warenausgang, technische Standards → Schadensanalyse/Instandsetzung.
Die Spezifikationen wirken als Master: Ein Teil der Angaben fliesst später in die Logistik, ein anderer in die Schadensanalyse — jeweils dort angezeigt, wo sie gebraucht werden.
Workshop 02.07.2026Vier Kategorien (je erweiterbar über «+ Spezifikation hinzufügen»):
| Kategorie | Inhalte (Beispiele aus Mockup/Workshop) |
|---|---|
| Versand & Transport | Transportart (z.B. Express), Bemerkung («nur vormittags zustellen») |
| Technische Standards | Normen als Mehrfachauswahl-Chips (ISO 9001, DIN 2403 …), Öl-Marke (Kunde verwendet immer dasselbe Öl), Oberflächenbehandlung (Sandstrahlen erforderlich, Zinkstaub-Beschichtung) |
| RAL-Farben | RAL-Farbe mit Farbmuster (z.B. RAL 7016) + Regel/Anwendung — «lackieren nach L4» muss nicht jedes Mal neu erfragt werden |
| Reparatur & Ausführung | Freie Vorschriften: Titel, Beschreibung, angehängte PDFs/DOCX (z.B. die 20-seitige Lackiervorschrift eines Grosskunden, Leckage-Prüfprotokoll-Pflicht) |
Praxisbeispiel eines Grosskunden: eine 20-seitige Lackiervorschrift als Dokument — am Auftrag genügt künftig der Verweis «lackieren nach L4».
Workshop 02.07.2026Anforderungen an das Verhalten
- Schlüsselliste + Freitext: strukturierte Auswahl wo möglich, aber immer auch manuelle Freitext-Spezifikationen (z.B. Materialvorgabe bei bestimmtem Öleinsatz)
Schlüssellisten ja — aber immer mit der Möglichkeit, eine Vorgabe manuell zu beschreiben, etwa welches Material bei einem speziellen Öl einzusetzen ist.
Workshop 02.07.2026 - Abweichen erlaubt, Standard korrigierbar: am einzelnen Auftrag darf vom Standard abgewichen werden; stellt sich die Abweichung als neuer Standard heraus, wird die Spezifikation korrigiert — mit Historie, wer wann korrigiert hat
Vom Standard abweichen können muss immer möglich sein; der Standard selbst muss korrigierbar bleiben — mit Historie, wer ihn wann korrigiert hat.
Workshop 02.07.2026 - Digitaler Normenkatalog (Idee): Verknüpfung der Norm-Chips mit einer Nachschlagequelle, damit jede/r nachlesen kann, was eine Norm konkret bedeutet
Normen von Anfang an sauber hinterlegen — inklusive digitalem Normenkatalog, in dem nachgeschaut werden kann, was eine Norm konkret bedeutet.
Workshop 02.07.2026 - Spezifikationen gelten auf Kundenebene; komponentenspezifische technische Daten liegen dagegen am Komponenten-Steckbrief (Kap. 5.2) — «der gleiche Zylinder hat nur eine Spezifikation»
3.5 Dokumente

- Vereinbarungen & Verträge: Name, Typ (Rahmenvertrag, Wartungsvertrag …), Datum, Version; Aktionen ansehen/herunterladen/bearbeiten/löschen; «+ Vertrag hinzufügen»
- Qualitätsdokumente: Name, Kategorie (Zertifikat, Audit, Prüfbericht …), Datum, Verantwortliche/r; «+ Qualitätsdokument hinzufügen»
3.6 Konditionen Tab vorgesehen, noch kein Entwurf
Anforderungen aus Alt-App und Workshop für das Feinkonzept:
- Zahlungskonditionen: Zahlungsziel (Tage), Skonto (Text/Tage/%), WIR-Anteil, Konditionstext auf Belegen
- Kundenspezifische Stundensätze (z.B. CHF 135 vs. CHF 138 je Kunde/Leistungsart) und Einheiten (Stunden, Kilometer, m²)
- Rabatte pro Warengruppe/Position (z.B. 20 %/15 % auf Zylinderrohr) — die Preisrealität ist kundenindividuell verhandelt und muss die Offert-/Rechnungslogik speisen (Kap. 6.5)
Die Preisrealität ist kundenindividuell: Stundensätze von 135 oder 138 Franken, dazu 15–20 % Rabatt auf einzelne Warengruppen wie das Zylinderrohr — alles verhandelt.
Workshop 02.07.2026 - Aussendienst-/Kilometersätze separat
- EUR-Konditionen (heutiger EUR-Stundensatz-Prozentsatz pro Kunde)
3.7 CRM Bewusst zurückgestellt
«Relativ analog wie jetzt, nicht Priorität, späterer Zeitpunkt»; für das Go-live nicht erforderlich. Der heutige Aktivitäten-Ansatz der Alt-App (Aktivitätstypen, Erledigt-Status, Folgeaktivitäten, Massenoperationen) gilt als «relativ gut» und bleibt fachliche Referenz für die spätere Umsetzung. Bis dahin muss die bestehende Lösung für Vertriebs-Follow-ups verfügbar bleiben (siehe Gap-Analyse Kap. 2).
Das heutige CRM-Prinzip funktioniert relativ gut; für den Start wird es nicht gebraucht — später wieder aufnehmen.
Workshop 02.07.202604 Modul Anlagen Neu

Eine Anlage ist die physische Maschine/Installation beim Kunden oder im eigenen Betrieb (z.B. «Hydraulische Presse 400t», Prüfstand) — neu gegenüber der Alt-App, die kein Anlagenobjekt kennt. Die Anlage ist das Bindeglied zwischen Kunde und Komponenten: sie «hängt am Kunden» und aggregiert die verbauten Komponenten sowie die Servicehistorie.
4.1 Anlagentypen
- Kundenanlage: steht beim Kunden, Grundlage für Reparatur-/Serviceaufträge
- Interne Anlage: eigene Maschinen (z.B. Prüfstand, Pressen der Werkstatt) — dieselbe Struktur; interne Maschinen sind zugleich Basis der Maschinenplanung (Kap. 8.2)
4.2 Aufbau (Tabs)
| Tab | Inhalt |
|---|---|
| Stammdaten | Steckbrief: Bezeichnung, Anlagen-Nr., Kunde (verlinkt), Standort (Halle/Sektor), Hersteller, Baujahr, zuständiges Team (Avatar-Gruppe, z.B. «Wartungsteam Nord») |
| Dokumente | Unterlagen direkt an der Anlage: Schemata, Anleitungen, Zertifikate — Workshop: alles direkt am Objekt, schnell zu öffnen, Historie bleibt erhalten |
| Komponenten | Liste der in der Anlage verbauten Komponenten (Kap. 5) mit Status |
| Service | Servicehistorie; neuer Eintrag über «+ Service-Eintrag» (auch ohne vollen Auftrag, z.B. Wartungsbesuch) |
Ergänzend auf dem Stammdaten-Tab:
- Medien: Titelbild + Fotogalerie (Slots, «Als Titelbild festlegen») — der Steckbrief soll auf einen Blick zeigen, was die Anlage ist (Presse vs. Zylinder-Prüfstand …)
- Standort & Adresse: Kartenansicht, Adresse, Telefon/E-Mail des Standorts, Button «Route starten» — für Aussendienst/Serviceeinsätze
- Statuswerte im Kundenkontext (Kap. 3.2): In Betrieb Wartung fällig Störung In Installation
4.3 Verwendung im Prozess
- Bei der Auftragsaufnahme (Kap. 6.1) wird die betroffene Anlage referenziert; der Auftrag erbt damit den Kontext (Standort, Team, verbaute Komponenten)
- Ziel laut Workshop: Baumstruktur/Übersicht Kunde → Anlagen → Komponenten als Navigations- und Recherche-Einstieg (z.B. «welche Zylinder stecken in dieser Presse, wann wurden sie zuletzt revidiert»)
- Aussendienst-Szenario (Workshop): der Servicetechniker vor Ort öffnet die Anlage, sieht Komponenten inkl. Artikelnummern und kann einen Aussendienstauftrag gegen die Komponente eröffnen — speist dieselbe Historie
Der Servicetechniker schaut vor Ort direkt nach, ob der Zylinder schon einmal bei Schenker war, und eröffnet über die Artikelnummer einen Aussendienstauftrag — der Einsatz landet in derselben Historie der Komponente.
Workshop 02.07.2026
05 Modul Komponenten / Hauptteil

Eine Komponente (z.B. Hydraulikzylinder, Pumpe, Ventil) ist ein permanentes Stammdatenobjekt — die Identität des physischen Teils über alle Reparaturen hinweg. Tabs: Stammdaten · Dokumente · Aufträge. Verknüpfungen: Kunde, Anlage (verlinkt), Hersteller; Titelbild + Fotogalerie; Statusanzeige (z.B. «In Betrieb»).
5.1 Permanente Artikelnummer Neues Kernkonzept
Heute wird die laufende Auftragsnummer in den Zylinder graviert — bei jeder Reparatur eine neue Nummer. Folgen: keine durchgängige Historie pro Teil, und bei Kunden mit SAP «Chaos», weil deren Systeme eine stabile Artikelnummer erwarten. Neu:
- Jede Komponente erhält eine fixe interne Artikelnummer (auto-generiert, fortlaufend, z.B.
K-10234) — diese wird graviert und bleibt über alle Reparaturen bestehen - Zusätzlich eine optionale Kunden-Artikelnummer (z.B.
REF-220-45) als Mapping: der Kunde findet das Teil in seinem SAP, Schenker in der eigenen Nummernwelt — beide Nummern sind suchbar - Pro Reparatur entsteht ein neuer Auftrag unter der Komponente → der Aufträge-Tab zeigt die saubere Historie aller bisherigen Reparaturen dieses Zylinders (heute nur mühsam über Alt-Auftragsnummern rekonstruierbar)
- Komplexe Unterbaugruppen (z.B. ein Sperrblock) können eine eigene Artikelnummer erhalten und werden der Hauptkomponente zugeordnet
Heute wird die fortlaufende Auftragsnummer graviert; künftig behält der Zylinder eine feste Hauptteilnummer — damit über die Aufträge eine saubere Historie entsteht.
Workshop 02.07.2026Viele Kunden arbeiten mit SAP und müssen dort eine stabile Artikelnummer hinterlegen; die fortlaufenden Auftragsnummern erzeugen dort Chaos, weil SAP sie nicht sauber zuordnen kann.
Workshop 02.07.2026Komplexe Unterbaugruppen wie ein Sperrblock erhalten zusätzlich eine eigene Artikelnummer.
Workshop 02.07.2026Erfassungsfluss bei Auftragsanlage (Modal «Hauptteil erfassen»):

- Bestehendes Hauptteil auswählen — Teil aus dem Stammdaten-Katalog wählen (Suche nach interner oder Kunden-Artikelnummer) → nur eine neue Auftragsnummer entsteht
- Neues Hauptteil erfassen — Komponenten-ID wird automatisch fortlaufend generiert (nicht editierbar); Bezeichnung und Komponententyp (Auswahlliste) erfassen
Der Komponententyp steuert nachgelagerte Logik: Standard-Bearbeitungen (Kap. 6.4), Checklisten (Kap. 6.2) und die Auswahl der Endkontroll-Prüfung (Kap. 6.7).
5.2 Technische Angaben (Steckbrief)

Stammdaten, einmal erfasst und in jedem Auftrag wiederverwendet — «der gleiche Zylinder hat nur eine Spezifikation». Im Auftrag als Zusammenfassungs-Chips sichtbar und über ein Slide-in-Panel editierbar (Änderungen laufen in die Historie, Kap. 9):
| Gruppe | Felder |
|---|---|
| Merkmale | Zylinderdimensionen (ca. L × B), Durchmesser Ø, Zylinderart (einfach-/doppeltwirkend, Gleichgang …), Einbaulage (vertikal/horizontal) |
| Einsatzgebiet (Mehrfachauswahl) | Landwirtschaft, Pneumatik, Baumaschine, Nutzfahrzeuge, Hebetechnik, Industrie, Wasserkraft, Bahn |
| Einsatzbedingungen | Mobilität (stationär/mobil), Betriebsdruck (bis 250 bar / über 250 bar), Umgebung (innen/draussen, Staub, Wasser), Betriebsmedium (z.B. Mineralöl), Umgebungstemperatur, Lackierung (RAL-Nummer) |
| Norm/Spezifikation | Freitext (z.B. Werknorm des Herstellers, Sondernormen) |
Grösse und Einsatzgebiet werden einmal aufgenommen — sie sind sehr relevant für den weiteren Prozess (Bearbeitung, Material, Prüfung).
Workshop 02.07.2026Ist die RAL-Nummer am Teil hinterlegt, ist bei jedem Auftrag automatisch klar, welche Farbe der Zylinder haben muss — nichts muss neu erfragt werden.
Workshop 02.07.2026Es ist immer der gleiche Zylinder — er hat nur eine Spezifikation.
Workshop 02.07.20265.3 Abgrenzung Komponente ↔ Auftrags-Hauptteil
Die Komponente trägt die permanente Identität und den Steckbrief; das Hauptteil im Auftrag (Kap. 6.2) referenziert die Komponente und trägt den auftragsspezifischen Zustand: Checklisten, Messwerte, Schäden, Bearbeitungen, Material dieser Reparatur. Diese Trennung ist der zentrale Unterschied zur Alt-App (tdtaTeil vermischt beides am Auftrag) — siehe Datenmodell (Kap. 11) und Gap-Analyse (Terminologie-Mapping).
06 Modul Auftrag & Prozess
Der Auftrag ist das Herzstück und prozessorientiert aufgebaut — Tabs entlang des Workflows:
grün = neuer bzw. neu strukturierter Prozessschritt

Statusmodell (durchgängig im Kopfbereich)
| Statusachse | Werte (aus Mockups) |
|---|---|
| Auftragsstatus | In Erfassung → In Bearbeitung → … → Abgeschlossen (dazu: In Planung, Überfällig als Übersichts-Status) |
| Warenstatus | Nicht eingetroffen → Eingetroffen → Versandbereit |
| Materialstatus (pro Position) | Angefragt → Bestellt → Angekommen/Geliefert; Warenkontrolle OK/… |
| Bearbeitungsstatus (pro Position) | zu erledigen → in Arbeit → fertig |
| Offertenstatus | zu erstellen → erstellt → versendet → Freigegeben/Abgelehnt (+ pausiert) |
Pro Teil eine Fortschrittsspur Material → Bearbeitung → Fertig mit Zieldatum («Fertig: …») — Unterteile klappen unter dem Hauptteil auf (Prozessübersicht-Mockup).
Beteiligte Rollen entlang des Prozesses: Auftragsannahme (Aufnahme, Kommunikation), Logistik (Warenein-/-ausgang), Werkstatt-Mitarbeiter/in (Analyse, Instandsetzung, Zeiterfassung), Teamleitung (Tagesplanung, Prioritäten schieben), Verkauf/Administration (Offerte, AB, Rechnung), Endkontrolle. Jede Handlung wird der Person zugeordnet (Kap. 9).
6.1 Aufnahme
Zweck: den Auftrag vollständig digital eröffnen — bevor die Ware eintrifft (Erfassung und Offerte sind vom physischen Wareneingang entkoppelt; heute wird oft schon offeriert, «bevor die Ware ist da ist»).
Bisher entstehen Aufträge meist erst, wenn die Ware effektiv eintrifft. Künftig wird alles schon vorher aufgenommen — auch von unterwegs, wenn der Kunde erst per E-Mail angefragt hat und die Ware noch gar nicht da ist.
Workshop 02.07.2026
| Karte | Inhalt |
|---|---|
| Kunde & Bezug | Kunde, Anlage (Kontext, Kap. 4), Kontaktperson mit Telefon/E-Mail, «+ Neue Kontaktperson» direkt aus dem Auftrag |
| Referenzen | Bestellnummer / Kommission des Kunden (erscheint später auf allen Belegen) |
| Steuerung | Auftragstyp (z.B. Instandsetzung), Priorität, Wunschtermin, zuständiges Team — und die Prozessweiche «Offerte gewünscht?»: Offerte erstellen / Direkt ausführen / Abklärung notwendig. Sie bestimmt, ob der Offerte-Schritt durchlaufen wird, und beeinflusst zusammen mit der Priorität die Prozesssteuerung |
| Kurzbeschreibung / Problem | Was hat der Kunde gemeldet (heutiges Bemerkungsfeld): detaillierte Fehlerbeschreibung, eingehende E-Mails/Schemata/Bilder ablegbar |
| Kommunikation | Pro Belegart (Offerte / AB / Rechnung) aktivierbare Empfängeradresse — aus dem Kundenstamm vorbelegt (Kap. 3.1), pro Auftrag übersteuerbar |
| Adressen | Liefer- und Rechnungsadresse per Dropdown aus den hinterlegten Kundenadressen wählen (inkl. Ansprechpartner, UID) |
| Logistik | Anlieferungsart, Auslieferungsart (z.B. Spedition), Gewicht |
| Erfassung | Erfasst durch (Mitarbeiter/in) mit Datum/Zeit; Änderungshistorie einblendbar |
Workshop-Anforderungen
- Die Schadensinformation muss früh und digital vorliegen — heute landet sie erst beim Druck des Auftragszettels in der Werkstatt («fast zu spät im Prozess»)
Heute steht die Schadensinformation erst auf dem gedruckten Auftragszettel — das ist fast zu spät im Prozess.
Workshop 02.07.2026 - Checklisten pro Teiletyp bei der Aufnahme (z.B. Hydraulikventil) mit optionaler Bemerkung je Checkbox, damit der Ist-Zustand sauber erfasst ist und die Schadensanalyse ihn versteht
Zu jedem gesetzten Häkchen (z.B. Hydraulikventil undicht) braucht es ein Bemerkungsfeld — nur so weiss die Schadensanalyse später, wie der Ist-Zustand bei der Annahme wirklich war.
Workshop 02.07.2026 - Spracheingabe für alle Bemerkungsfelder (Diktat statt Tippen)
Jedes Bemerkungsfeld, in dem etwas beschrieben werden muss, soll per Sprachnachricht befüllt werden können.
Workshop 02.07.2026 - Kunden-Spezifikationen (Kap. 3.4) werden beim Anlegen automatisch übernommen
- Später denkbar: Kunden-Self-Service — der Kunde füllt die Aufnahme über die Website vor (zurückgestellt, Kap. 12)
Idee: Der Kunde füllt die Aufnahme selbst aus. Aber Kunden melden oft nur «ist kaputt, ist undicht» — für den Start besteht kein Bedarf, später vielleicht (ein Anmeldeformular auf der Website existiert bereits).
Workshop 02.07.2026
6.2 Komponente / Hauptteil
Zweck: das zu reparierende Teil identifizieren und den auftragsspezifischen Teilbaum aufbauen.


- Hauptteil erfassen: aus dem Komponenten-Katalog übernehmen oder neu anlegen (Modal, Kap. 5.1); mehrere Hauptteile pro Auftrag möglich («+ Hauptteil hinzufügen»)
- Dreistufige Teilehierarchie am Auftrag: Hauptteil → Unterteil → Zubehör («+ Unterteil hinzufügen», «+ Zubehör hinzufügen»). Zubehör deckt mitgelieferte Teile ab, die nicht bearbeitet, aber verwaltet und zurückgeliefert werden müssen
- Technische Angaben: Zusammenfassungs-Chips (DIM, ART, LAGE, GEBIET, BEDINGUNGEN, UMGEBUNG) aus dem Komponenten-Steckbrief; Bearbeitung über das Slide-in-Panel (Kap. 5.2)
- Kundenunterlagen am Teil, drei Ablagen: Bilder · Dokumente · E-Mails — Drag-&-Drop-Upload, eingehende Kunden-E-Mails inkl. Anhängen (z.B. Spezifikations-DOCX) direkt am Teil ablegbar
- Checklisten (Mockup «Hauptteil-2»):
- Undichtigkeiten / Beschädigungen (Schadensorte): Stangenseitig, Kolbenseitig intern, Kolbenstange, Zylinderrohr, Schweissnaht (Flansch / Bodenseite / Ölanschlüsse), Ölleitungen, Hydraulikventile, Hydraulikschlauch, Wegmesssystem — plus Bemerkungsfeld
- Spezial-Flags: Minimalreparatur, Prüfen vor Demontage, ohne Garantie, Dichtung wird durch Kunde mitgeliefert, spezielle Normenpflicht, Zeichnung vorhanden; Ja/Nein-Entscheide wie «Lagerbüchse ersetzen?», «Gelenklager ersetzen?» — plus Bemerkungsfeld
- Erfassungs-Stempel (durch/wann) und feldgenaue Änderungshistorie als Tabelle: Datum, Benutzer, Feld, alter Wert → neuer Wert, Bemerkung (z.B. «Anpassung gemäss Kunde»)
6.3 Wareneingang Neuer expliziter Prozessschritt
Zweck: den physischen Eingang der Ware sauber dokumentieren und dem Kunden bestätigen — heute existiert dieser Schritt nicht als eigenes Gate.

- Anlieferungszustand: Fotodokumentation, wie die Ware angeliefert/verpackt ankam (Transportschäden, fehlende Teile), plus Bemerkungsfeld — beweissicher bei späteren Diskussionen
- Fremdarbeiten vor Demontage ankreuzbar (z.B. Sandstrahlen, Reinigung) — löst die vorbereitenden externen Arbeiten aus, bevor die Analyse beginnt
- Lieferschein des Kunden hochladen (PDF/DOCX)
- Empfangsbestätigung: Status (ausstehend → bestätigt), «Empfang bestätigen» mit empfangen durch/am; anschliessend E-Mail-Versand an die Kontaktperson des Kunden (vorbelegt, editierbar)
- Statuswirkung: Warenstatus Nicht eingetroffen → Eingetroffen
Workshop: Die Durchlaufzeit (KPI) beginnt erst hier — «wenn die Ware über die Schwelle kommt», nicht bei der Auftragserfassung. Das ist fair gegenüber dem Kunden (Erfassung/Offerte können Wochen früher passieren) und macht die Kennzahl belastbar.
Der Wareneingang ist ein bewusst eigener, klarer Schritt — er zählt erst, wenn die Ware physisch über die Schwelle kommt.
Workshop 02.07.2026Die Durchlaufzeit wird erst ab Warenankunft gemessen — vorher wäre die Messung unfair, weil die Ware noch gar nicht da ist. So ist auch für den Kunden klar, ab wann die Zeit läuft.
Workshop 02.07.20266.4 Schadensanalyse — «absolut zentral»
Zweck: Zustand, notwendige Arbeiten und benötigtes Material pro Unterteil erfassen — die Datengrundlage für Offerte, Instandsetzung und Rechnung. Kopfbereich mit Komponenten-Kontext (ID, Bezeichnung, Anlage); Aktionen «+ Unterteil hinzufügen», «Foto hinzufügen», «Bearbeitung hinzufügen».
Die Schadensanalyse ist der absolut zentrale Schritt des ganzen Prozesses.
Workshop 02.07.2026


Pro Unterteil (z.B. Kolbenstange, Zylinderrohr) fünf Blöcke:
- Spezifikationen/Messwerte — Metrologie mit Nachvollziehbarkeit:
- Jeder Messwert mit Messmittel-Auswahl (Messschieber, Bandmass, Innen-Mikrometer, Schichtdickenmessgerät …) und Kürzel-/Datum-Stempel (wer hat wann gemessen)
- IST-Werte gegen SOLL-Masse mit Toleranzklasse (Welle z.B. Ø 80.05 gemessen vs. SOLL 80.00 h7; Bohrung 120.12 vs. 120.00 H8)
- Teilspezifische Feldsätze: Kolbenstange (Ø, Länge Chrom, Länge total, Chromschicht µ, Ø nach Schleifen, Soll-Schichtdicke), Zylinderrohr (Innen-Ø, Rohrlänge, Wandstärke) — je Komponententyp definierbar
- Auto-kalkulierte Felder (z.B. Fläche dm² aus den Massen — Basis für Flächenpreise)
- Fotodokumentation — Fotos des Schadens, je Foto ein Beschreibungsfeld mit Mikrofon-/Diktatfunktion: die Schadensbeschreibung entsteht am Objekt, gesprochen statt getippt. (Perspektivisch: KI-generierte Beschreibungsvorschläge aus dem Foto — Kap. 12)
Fotos und die gesprochene Schadensbeschreibung gehören an denselben Punkt — das schafft zugleich die Datengrundlage, damit später eine KI Beschrieb und Bild zusammenbringen kann.
Workshop 02.07.2026 - Bemerkung — interne Notizen zur Analyse (mit Stempel)
- Bearbeitungen — die geplanten Arbeitsschritte (z.B. Honen, Verchromen, Aushonen «+0.1 mm Übermass», Reinigung), je mit Bemerkung: Standard-Bearbeitungen je Komponententyp vorschlagbar oder frei ergänzbar; per Drag & Drop sortierbar — aber mit Vorsicht: die Reihenfolge muss konsistent zur späteren Rechnung bleiben
Das Umsortieren ist heikel: Die Reihenfolge der Bearbeitungen muss mit der Rechnung korrespondieren, denn alles Erfasste wird später abgerechnet.
Workshop 02.07.2026 - Material pro Unterteil: Anzahl, Mengeneinheit, Lieferant, Bezeichnung 1/2 (Suche im Materialstamm), Einkaufspreis × Faktor = Verkaufspreis (auto-berechnet), Status, Warenkontrolle; Material-Dokumente direkt an der Position (Bestellung, Lieferanten-Offerte). Der Materialstatus speist die Fortschrittsspur (Angefragt → Bestellt → Angekommen) — der gesamte Materialfluss ist pro Position verfolgbar
Typischer Fall heute: Alles ist fertig — bis auf eine Dichtung. Jemand muss sich das merken und dem Lieferanten nachtelefonieren. Genau dafür braucht es den verfolgbaren Materialstatus.
Workshop 02.07.2026
Terminierung pro Teil/Bearbeitung Grosse Neuerung
Heute gibt es nur einen Termin pro Auftrag. Neu braucht es Termine je Teil und je Bearbeitung mit:
- Abhängigkeiten zwischen Schritten (Verchromen erst nach Schleifen …) — Verzug in einem Schritt schiebt den Endtermin automatisch
- Rückwärtsterminierung vom letzten Prozess (z.B. Lackieren) auf die vorgelagerten Schritte
- Rote Markierung verzögerter Ketten in den Übersichten
Heute existiert nur ein einziger Termin für den gesamten Auftrag — das macht die Planung schwierig; nötig sind Termine pro Teil und pro Bearbeitung.
Workshop 02.07.2026Vom letzten Prozessschritt (z.B. Lackieren) muss rückwärts auf die vorgelagerten Schritte gerechnet werden.
Workshop 02.07.2026Verschiedene Arbeiten brauchen verschieden lang; verzögert sich eine, rutscht der Endtermin über die Verknüpfungen automatisch nach hinten — als Vorbild dient ein klassisches Projektplanungstool.
Workshop 02.07.20266.5 Offerte
Zweck: Offertstellung, Nachverfolgung und Freigabe-Schleife mit dem Kunden — inklusive Auftragsbestätigung. Der Schritt wird nur durchlaufen, wenn die Prozessweiche in der Aufnahme (Kap. 6.1) es verlangt.

- Status & Verlauf: Stepper zu erstellen → erstellt → versendet (je mit Kürzel/Datum); Rückmeldung Freigegeben / Abgelehnt inkl. Ablehnungsgrund und Rückmeldekanal. Workshop-Ergänzungen:
- Pausieren — Kunde ist z.B. noch in der Budgetphase; die Offerte verschwindet aus der aktiven Nachverfolgung, geht aber nicht verloren
Offerten müssen pausierbar sein — etwa wenn der Kunde nach Rückfrage noch in der Budgetphase steckt und es länger dauert.
Workshop 02.07.2026 - Nachfass-Logik: Tage seit Versand sichtbar («Seit Versand: 5 Tage»), Erinnerungen konfigurierbar (bei dringenden Fällen schon nach 24 Stunden), Arbeitsliste offener Offerten, damit nichts vergessen geht
Sichtbar sein muss, wie viele Tage seit dem Offertversand vergangen sind — dann wird nachgefasst; bei dringenden Fällen schon nach 24 Stunden.
Workshop 02.07.2026
- Pausieren — Kunde ist z.B. noch in der Budgetphase; die Offerte verschwindet aus der aktiven Nachverfolgung, geht aber nicht verloren
- Bestell- & Freigabedokumente: Kundenbestellung, Freigabe-E-Mails und -Dokumente direkt an der Offerte ablegen
- Positionsliste: wird aus Bearbeitungen + Material der Schadensanalyse generiert, gruppiert nach Unterteil: Spalten Anzahl, Teile/Leistung, Toggle «Offerte aktiv» (Position offerieren ja/nein), Preis, Einheit (h, m², Stk, km …), Total CHF; Zwischentotal je Unterteil, Gesamttotal; «+ Position hinzufügen» für freie Positionen
- Preislogik (Feinkonzept zusammen mit Konditionen, Kap. 3.6): kundenspezifische Stundensätze (CHF 135/138 …), Rabatte pro Warengruppe (z.B. 20 %/15 % auf Zylinderrohr), Aussendienst-/Kilometersätze. Realität laut Workshop «wie auf dem türkischen Basar»: deshalb Unterscheidung Grund-Offerte vs. verhandelte Offerte — Pauschalen, Rundungen (51'000 → 50'500), «Transport gratis» müssen als annotierte Abweichungen erfasst sein, damit die spätere Verrechnung sie sieht und korrekt anwendet
Verhandelt wird «wie auf dem türkischen Basar»: Transport gratis, Pauschalen, aus 51'000 werden 50'500. Neben der Grund-Offerte braucht es die angepasste Offerte — und wer später verrechnet, muss diese Abweichungen sofort sehen.
Workshop 02.07.2026 - Offerte-Versand: Empfänger wählen (Kontaktperson + Offerten-E-Mail aus dem Kundenstamm), Vorschau, Versand; Versandstatus mit Person und Datum
- Auftragsbestätigung (AB): eigener Block mit eigener Empfängeradresse (AB-Adresse aus Kundenstamm), Vorschau/Versand — typischerweise nach der Freigabe
- Archivierte Dokumente: erzeugte PDFs (Offerte, AB) mit Status (versendet / Entwurf) — Grundlage der Beleg-Nachvollziehbarkeit
- Offerte drucken (PDF) als Alternative zum E-Mail-Versand
6.6 Instandsetzung
Zweck: Ausführung und Rückmeldung der geplanten Arbeiten — Zeiterfassung durch die Ausführenden, Materialverfolgung inkl. Eingangskontrolle.

- Kopf pro Hauptteil: Status (In Arbeit), Startdatum und geplante Fertigstellung
- Pro Unterteil (Status-Tag zu erledigen / in Arbeit):
- Bearbeitungen-Tabelle: Anzahl, Teile & Leistung, Bearbeitungszeit (h), Mitarbeiter/in, Status; «+ Zeile hinzufügen» für ungeplante Zusatzarbeiten (die dann als «nicht offeriert» markiert in die Verrechnung laufen, Kap. 6.9)
- Material-Tabelle: Material, Lieferant, Lieferstatus (Bestellt / Geliefert), Warenkontrolle (OK / Fehlmenge / defekt) und geprüft durch
- Wareneingangskontrolle Material (Workshop): gelieferte Bestellungen werden mit einer schnellen Aussage geprüft — in Ordnung? falsche Menge? defekt? Die Ergebnisse speisen automatisch die Lieferantenbewertung (Defekte/Verspätungen pro Lieferant, Jahresauswertung als Verhandlungsbasis für Konditionen)
Bei jeder Lieferung genügt ein schnelles Statement — in Ordnung, falsche Menge, defekt. Daraus entsteht automatisch die Lieferantenbewertung: Ende Jahr ist auswertbar, wie viel bei einem Lieferanten bestellt wurde und wie viele Lieferungen defekt waren.
Workshop 02.07.2026Wer belegen kann, dass Liefertermine wiederholt verpasst wurden oder Material defekt ankam, kann beim Lieferanten bessere Konditionen herausholen.
Workshop 02.07.2026 - Liefertermin-Kontrolle: offene Bestellungen mit Terminen überwachen — verspätetes Material gefährdet die Teil-Termine (Kap. 6.4)
- Team-/Abteilungssicht wie heute: jede/r Werkstatt-Mitarbeiter/in sieht den Arbeitsvorrat des eigenen Teams («was habe ich zu tun»), erfasst Zeit und Status direkt; RotGrün Produktionsübersicht über alle laufenden Arbeiten
- Tagesplanung durch Teamleitung (Workshop): die Teamleitung schiebt/priorisiert jeden Morgen die Tagestermine — das System unterstützt, ersetzt aber die menschliche Planung nicht
Für gewisse Teile braucht es ein Enddatum — und die Teamleitung schiebt die Tagesplanung standardmässig jeden Morgen zurecht.
Workshop 02.07.2026
6.7 Endkontrolle Neu strukturiert
Zweck: dokumentierte Qualitätsfreigabe vor der Auslieferung mit standardisierten, typabhängigen Prüfungen — heute nur als Kontroll-Status vorhanden, künftig strukturiert.

- Prüfung auswählen aus einer Prüfungs-Datenbank, abhängig vom Komponententyp:
- einfachwirkende / doppeltwirkende / Gleichgang-Zylinder → passende Funktions-/Druckprüfung mit elektronischen Prüfmitteln oder nach Weisung
- rein mechanische Teile → Sichtprüfung
- kundenspezifische Protokolle (z.B. «Prüfzeugnis 3.1», SBB-Prüfprotokolle)
Einfachwirkende, doppeltwirkende und Gleichgang-Zylinder müssen alle unterschiedlich geprüft werden — teils mit elektronischen Prüfmitteln, teils nach Weisung.
Workshop 02.07.2026 - Die Prüfung läuft digital im Hintergrund und erzeugt ein PDF-Prüfprotokoll (mit Datum) — automatisch am Auftrag abgelegt
- Freigabe-Aussage: «Komponente/Anlage entspricht den Kundenanforderungen und ist bereit zur Auslieferung»
- Fotos des Endzustands (mit Beschriftung, Titelbild-Markierung) und Bemerkungen
- Dokumente-Bereich (Filter Alle / Fotos / Dokumente): Datenblätter, Anleitungen, Prüfprotokolle
- Arbeitsrapport erstellen — Zusammenfassung der geleisteten Arbeiten als Dokument
- Offener Punkt (Kap. 12): die Standard-Prüfkataloge je Komponententyp existieren noch nicht — «muss man erst erfinden» (fachliche Definitionsarbeit durch Schenker)
Die Prüfprotokoll-Datenbank muss erst «erfunden» werden: Die Standardprüfungen sind im Kopf vorhanden und müssen jetzt aufs Papier gebracht werden.
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6.8 Auslieferung / Warenausgang — Spiegel des Wareneingangs
Zweck: den Versand dokumentiert und für den Kunden nachvollziehbar abschliessen — gleiche Beweislogik wie beim Wareneingang.

- Verpackung & Fotodokumentation: Fotos der verpackten Ware («Palette verpackt und gesichert», «Ladungssicherung Detailansicht») — beweissicher bei Transportschäden
- Status & Abschluss: Auslieferungsstatus als Kette bereit zur Auslieferung → Lieferschein gedruckt → Kunde informiert/telefoniert → versendet (Workshop); Aktionen Lieferschein erstellen, Speichern, Versand abschliessen; Metadaten (erfasst durch, z.B. Logistik, mit Datum/Zeit)
- Versanddetails: Versandart (z.B. Autotransport), Versandpartner (z.B. Galliker), Masse L×B×H, Gewicht, Kosten (CHF) — Gewicht und Kosten sind wichtig, weil Transportkosten-Streitigkeiten heute schwer belegbar sind
Streitfall aus der Praxis: Ein Kunde bestreitet 600 Franken Transportkosten für einen 100-Kilo-Zylinder, weil bei ihm nur 130 Franken hinterlegt sind. Die Nachvollziehbarkeit ist ein echtes Thema.
Workshop 02.07.2026 - Kundenavis & Transport: Kontaktinfo, Tracking-Nummer, geplante Abholung; Avis wahlweise per E-Mail oder per Telefon (mit Vermerk); Aktion «Kundenavis senden»
- Statuswirkung: Warenstatus Eingetroffen → Versandbereit → versendet
- Workshop-Idee für später: Barcode/Scan an einer digitalen Waage-Station — Auftragsnummer scannen, Gewicht wird automatisch übernommen (keine manuelle Erfassung, belastbare Transportkosten-Basis)
Idee digitale Waage-Station: Mit dem Palettrolli auf die Waage fahren, Auftragsnummer scannen — das Gewicht wird automatisch übernommen.
Workshop 02.07.2026
6.9 Rechnung Noch kein Entwurf
Anforderungen aus Workshop und Alt-App (für das Feinkonzept):
- Zusammenzug aus dem Auftrag; Grundlage ist der Positions-Baum mit vier Sichten auf dieselben Positionen: analysiert → offeriert → tatsächlich gemacht → tatsächlich verrechnet («vier Sichtweisen»). Die Sichten machen Abweichungen sofort sichtbar: was wurde gemacht, aber nicht offeriert? Was offeriert, aber anders verrechnet (verhandelte Pauschale, Kap. 6.5)?
Es gibt vier Sichten auf denselben Positionsbaum: der Baum, den wir annehmen zu machen — der offerierte — der tatsächlich gemachte — und der tatsächlich verrechnete.
Workshop 02.07.2026 - Die Auftragskontrolle der Alt-App als Vorbild übernehmen — im Workshop als navigatorisch unschlagbar bewertet; inkl. «Kreuzchen nicht offeriert»: nachträglich ergänzte Positionen (Kap. 6.6) sind für alle sofort erkennbar und gehen bei der Verrechnung nicht unter
Die heutige Auftragskontrolle lässt sich nicht besser machen: Verglichene Programme schaffen es navigatorisch nicht, alles von einer Seite aus zu erledigen — schneller geht es nicht.
Workshop 02.07.2026Nachträglich Ergänztes trägt beim Abrechnen ein kleines Kreuzchen «nicht offeriert» — simpel, auf einen Blick sichtbar, für alle.
Workshop 02.07.2026 - Darstellung: Fremdarbeiten separat ausweisbar; Material wahlweise gesammelt in einem Block oder je Einzelteil (umschaltbar — der Einkäufer des Kunden will Material pro Teil sehen, die Verrechnung lieber gesamthaft)
Wer beim Kunden bestellt, will das Material pro Einzelteil sehen; wer die Rechnung erstellt, lieber alles Material gesammelt in einem Block — beides muss einstellbar sein.
Workshop 02.07.2026 - Schnittfehler-Masse sichtbar/korrigierbar (z.B. Krummlänge einer Kolbenstange erzwingt mehr Rohmaterial), damit sie verrechnet werden — sonst Umsatzverlust
Schnittfehler passieren — z.B. bei einer zwei Meter langen Kolbenstange mit Krummlänge. Die korrigierten Masse müssen sichtbar sein und verrechnet werden, sonst fehlt am Ende Geld.
Workshop 02.07.2026 - Aus der Alt-App zu übernehmen (siehe Gap-Analyse Kap. 6): Rechnungsnummern-Vergabe bei Druck, Swiss-QR-Rechnung/Zahlteil, Gutschrift, EUR/CHF, Detailgrad-Steuerung (wie fein erscheinen Bearbeitungen/Material auf dem Beleg), Konditionen/Skonto/WIR, MWST
- Schnittstelle/Kopplung an die Rechnungsstellung/Buchhaltung: von Schenker zu klären (Workshop); ebenso das Mengengerüst-Limit des heutigen Rechnungsprogramms
Die Systeme der Rechnungsstellung verkraften nur eine gewisse Datenmenge — Unmengen an Positionen lassen sich nicht durch das heutige Rechnungsprogramm schleusen; die Übergabe muss dazu passen.
Workshop 02.07.2026
07 Modul Betriebsmittel Neu

Verwaltung der eigenen Betriebsmittel (nicht Kundenobjekte) — alles, was nachweispflichtig geprüft werden muss: Fahrzeuge, Stapler, Anschlagmittel, Kräne, Brandschutz, Messmittel. Die Alt-App kennt davon nur die Prüfmittel (extern via Dynamics); das Modul ist komplett neu.
Dasselbe Prinzip gilt für alle Betriebsmittel — Stapler, Anschlagmittel, Kräne, Brandschutz: Alles, was geprüft werden muss, braucht einen dokumentierten Nachweis.
Workshop 02.07.20267.1 Gemeinsames Muster
- Steckbrief (Tab Stammdaten): Bezeichnung, Kategorie, Standort, Verantwortliche/r bzw. Team, Lieferant, Statuskennzeichen (z.B. Aktiv); Titelbild + Mediengalerie
- Dokumente: Betriebsanweisungen, Nachweise, Zertifikate, Prüfprotokolle, Inventarlisten — direkt am Objekt
- Service & Prüfungen: Prüffrist/Inspektionsfrist (z.B. 12 bzw. 6 Monate), letzte Leistung, nächste Prüfung (mit Status Anstehend), vollständige Prüfhistorie (Datum, Prüfungsart, Status OK/Anstehend, Bemerkung wie «Keine Mängel festgestellt»)
- Terminsetzer: anstehende Services/Prüfungen erzeugen Termine — Grundlage für Planung und Erinnerungen
Neben der Dokumentenablage braucht es einen Terminsetzer für anstehende Services und Prüfungen — als Hilfe für die Planung.
Workshop 02.07.2026
7.2 Kategorien (Submenü)
| Kategorie | Besonderheiten (aus Mockups/Workshop) |
|---|---|
| Fahrzeuge | Kennzeichen, Hersteller, Modell, Baujahr, Verantwortlicher/Team, Standort; Tabs Stammdaten · Dokumente · Service & Prüfungen; Basis der Fahrzeugplanung (Kap. 8.1). Beispiele: Servicebusse, Lastwagen |
| Mobile Arbeitsgeräte | z.B. Stapler — gleiche Struktur |
| Hebe- & Anschlagmittel | z.B. Hebegurt 2t: Prüffrist 12 Monate, wiederkehrende Sichtprüfungen mit Historie; Lieferant hinterlegt |
| Mess- & Prüfmittel | Es existiert bereits ein separates Prüfmittel-Tool (läuft auf Tablet). Integrationsentscheid offen (Workshop): gleiches Steckbrief-Prinzip verwenden, das bestehende Tool aber vorerst nicht zwingend ablösen |
| Erste Hilfe & Brandschutz | z.B. Apotheke: Inspektionsfrist 6 Monate, Vollständigkeitsüberprüfungen mit Historie; Inventarliste als Dokument |
Zum Prüfmittel-Tool ist offen, ob und wie es integriert wird — dort existiert ja bereits eine funktionierende Lösung.
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7.3 Nutzen
- Compliance: lückenloser Nachweis der vorgeschriebenen Prüfungen (Audit-Sicherheit) statt verteilter Listen
- Planbarkeit: anstehende Prüfungen/Services erscheinen mit Termin — keine verpassten Fristen
- Grundlage für die Einsatzplanung: nur erfasste Fahrzeuge/Maschinen können in Kap. 8 verplant werden
08 Service & Einsatzplanung
Kalenderbasierte Ressourcenplanung auf Basis der erfassten Betriebsmittel (Kap. 7) und internen Anlagen (Kap. 4.1). Im Workshop als «relativ überschaubar» eingestuft — der Entwicklungspartner hat eine analoge Mitarbeiter-Einsatzplanung (Kalender, Teams, Buchung auf Ereignisse) bereits für einen anderen Einsatz gebaut.
Die Planung rund um die Betriebsmittel ist relativ überschaubar — und eine Mitarbeiter-Einsatzplanung mit Kalender und Teams wurde von EcoLogic bereits für einen anderen Kunden umgesetzt.
Workshop 02.07.2026
8.1 Fahrzeugplanung
Ersetzt die heutige Trello-Lösung für Fahrzeugreservationen (Montage-Einsätze).
Heute werden Fahrzeuge über Trello reserviert; sind die Fahrzeuge einmal als Betriebsmittel erfasst, ist das die Grundlage für einen echten Planungskalender mit Reservationen.
Workshop 02.07.2026
- Wochenkalender (KW-Navigation): Zeilen = Fahrzeuge des Fuhrparks (aus Kap. 7.2, mit Kennzeichen), Spalten = Mo–Fr; leere Zeilen zeigen «Keine Buchungen»
- Buchung («+ Fahrzeug buchen»): Fahrzeug, Person oder Team, Zeitfenster (von–bis), Auftrag-Referenz (z.B. «Auftrag #1023») und Kategorie
- Kategorien (farbcodiert): Montage/Einsatz · Service/Wartung · Meister/Leitung
- Nutzen: auf einen Blick sehen, welches Fahrzeug wann frei ist; Buchungen sind mit Aufträgen verknüpft und damit nachvollziehbar (wer war mit welchem Bus auf welchem Einsatz)
8.2 Maschinenplanung
Kapazitätsplanung der eigenen Maschinen (CNC-Fräsen, Drehmaschinen, Pressen …) als Gantt-Ansicht über den Monat.

- KPI-Leiste: Maschinen gesamt, Auslastung heute (%), Aufträge in Bearbeitung, geplante Aufträge, geplante Wartungen
- Gantt: Zeilen = Maschinen, Spalten = Kalendertage; Balken = eingeplante Aufträge mit Kunde (z.B. «Auftrag A-4512 | Müller Industrie AG»), daneben Wartung, Reserviert, Stillstand/Problem
- Balken-Detail (Popover): Kommission/Kunde, Maschine, Start, Ende, Status, zuständiges Team
- Filter: Maschine, Team, Kunde, Status, Monat; Aktionen «+ Auftrag einplanen» / «+ Wartung planen»
- Status-Legende: Geplanter Auftrag In Bearbeitung Reserviert Stillstand/Problem Wartung
- Zusammenspiel: Die Maschinenbelegung hängt mit der Terminierung pro Bearbeitung (Kap. 6.4) zusammen — ein verzögertes Teil blockiert einen Maschinen-Slot; das Feinkonzept Terminierung muss beide Sichten konsistent halten. Eigene Wartungen der Maschinen speisen sich aus den Prüf-/Servicefristen (Kap. 7.1)
09 Querschnittsthemen
| Thema | Konzept |
|---|---|
| Änderungshistorie | Feldgenau (alter → neuer Wert, Benutzer, Datum, Bemerkung), auf jeder Seite abrufbar; app-weit einheitlicher Mechanismus |
| Benutzer statt Abteilung | Jede Erfassung/Änderung wird der Person zugeordnet (Alt-App: Station/Abteilung); Login-Konzept nötig (siehe Gap-Analyse Kap. 9) |
| Dokumente & Fotos | Einheitlicher Upload-/Galerie-Baustein (Drag & Drop, Titelbild, Kategorien) an Kunde, Anlage, Komponente, Betriebsmittel und jedem Prozessschritt; E-Mail-Ablage inkl. Anhängen |
| Spracheingabe | Diktat/Sprachaufnahme für alle Bemerkungs-/Beschreibungsfelder (v.a. Werkstatt: Schadensbeschreibung zu Fotos) |
| Statusmodelle | Getrennte, kombinierbare Statusachsen (Auftrag/Ware/Material/Bearbeitung/Offerte, Kap. 6) mit Rot/Grün-Ampeln in Übersichten |
| Terminierung & Abhängigkeiten | Termine pro Teil/Bearbeitung, Abhängigkeitsketten, Rückwärtsterminierung, Verzugs-Markierung — komplexestes Querschnittsthema, eigenes Feinkonzept erforderlich |
| Pricing | Einkaufspreis × Faktor = Verkaufspreis (Material); Stundensätze/Einheiten/Rabatte pro Kunde (Konditionen) |
| Mengengerüst | Fotos/Dokumente in grosser Zahl pro Auftrag — Speicher-/Grössenlimits beachten (Workshop: Volumen-Constraint des Rechnungsprogramms) |
Auf jeder Seite muss eine Änderungshistorie abrufbar sein: Wer hat was geändert — durchgängige Nachvollziehbarkeit im ganzen System.
Workshop 02.07.2026Die neue Linie: erfasst wird pro Benutzer/in — nicht mehr pro Werkstatt oder Annahme-Station wie bisher.
Workshop 02.07.202610 Fehlende Bausteine (Konzept-Lücken der Entwürfe)
Die Mockups zeigen vor allem Detailansichten und den Auftragsprozess. Für eine lauffähige Software fehlen Bausteine, die in keinem Entwurf auftauchen, aber vorausgesetzt werden — Checkliste für UI-Feinkonzept und Arbeitspakete. Der Abgleich mit Alt-App-Features steht in der Gap-Analyse; hier geht es um die konzeptionelle Vollständigkeit der neuen App selbst.
10.1 Listen & Einstiege
| Fehlende Übersicht | Zweck / Mindestinhalt |
|---|---|
| Kundenliste | Einstieg zur Kundenakte (Kap. 3): Suche/Filter (Name, Ort, Branche, Tags, Status, Kundenbetreuer), Neuanlage |
| Anlagen-Liste | Alle Anlagen über Kunden hinweg + interne (Kap. 4); Filter Kunde/Typ/Status; inkl. der gewünschten Baumsicht Kunde → Anlage → Komponente |
| Komponenten-Liste | Globale Suche nach interner und Kunden-Artikelnummer (Kap. 5.1) — der zentrale «Zylinder kommt rein — wer bist du?»-Einstieg |
| Auftragsliste (global) | Sidebar-Punkt «Aufträge»; entworfen ist nur die Liste pro Kunde (Kap. 3.3). Nötig: Filter Status/Warenstatus/Team/Priorität/überfällig, Sortierungen, KPI-Kacheln |
| Offerten-Arbeitsliste | Offene Offerten mit «Tage seit Versand» für den Nachfass (Kap. 6.5) — gefordert, nicht entworfen |
| Arbeitsvorrat Produktion je Team | Auftragsübergreifende Liste offener Bearbeitungen (Kap. 6.6) mit Rot/Grün-Ampeln — das tägliche Werkstatt-Arbeitsinstrument, kein Entwurf |
| Betriebsmittel-Listen je Kategorie | Übersicht mit Prüfstatus-Ampel («nächste Prüfung fällig»), Filter Standort/Team (Kap. 7) |
Für Fahrzeug-/Maschinenplanung existieren die Kalender-Einstiege bereits (Kap. 8).
10.2 Anlege-, Bearbeitungs- und Löschflüsse
- Neuanlage-Dialoge für Kunde, Anlage, Komponente (ausserhalb des Auftrags), Kontaktperson, Betriebsmittel — entworfen ist nur das Modal «Hauptteil erfassen» (Kap. 5.1)
- Dublettenprüfung bei Kunde/Kontaktperson (Alt-App prüft Kontakt-Duplikate)
- Deaktivieren statt Löschen: Kunde inaktiv, Komponente verschrottet, Betriebsmittel ausgemustert — Objekte mit Historie dürfen nicht hart gelöscht werden (Kap. 9)
- Auftrag stornieren/abbrechen mit Begründung und definiertem Zielstatus
10.3 Prozessvarianten & Sonderfälle
- Auftragstypen: entworfen ist «Instandsetzung». Weitere Typen definieren — Service/Wartung vor Ort, Aussendienstauftrag (Kap. 4.3), Expertise/Analyse ohne Reparatur, Garantiefall/Nacharbeit — und je Typ die Prozessvariante (welche Tabs/Schritte gelten; ein Aussendienstauftrag hat z.B. keinen Warenein-/-ausgang)
- Prozessweiche «Direkt ausführen» (Kap. 6.1): Verhalten ohne Offerte-Schritt definieren (AB trotzdem? Freigabegrenze?)
- Abbruchpfade: Offerte abgelehnt → Rückversand unrepariert (Analyse-Aufwand verrechnen?) oder Entsorgung (Alt-App-Status «Zylinder entsorgen») — beides im neuen Prozess nicht abgebildet
- Mehrere Hauptteile pro Auftrag (Kap. 6.2): Status-Aggregation, Teillieferungen/Teilrechnungen ja/nein
- Statusübergänge & Validierungen: je Statusachse (Kap. 6) die erlaubten Übergänge, Vorbedingungen (z.B. «Versand abschliessen» erst nach Endkontroll-Freigabe) und Berechtigungen je Übergang — die Zustandsmaschine hinter den Mockup-Badges
10.4 Stammdaten- & Katalogpflege
Der Sidebar-Punkt «Stammdaten & Systemeinstellungen» hat keinen Entwurf — dahinter stecken die Kataloge, die das ganze Konzept steuern:
| Katalog | Steuert |
|---|---|
| Komponententypen | Checklisten (Kap. 6.2), Messwert-Feldsätze (Kap. 6.4), Standard-Bearbeitungen (Kap. 6.4), Prüfungs-Zuordnung (Kap. 6.7) |
| Bearbeitungs-Katalog | Arbeitsschritte inkl. Team/Abteilung und Einheiten |
| Prüfungs-Datenbank | Endkontroll-Prüfabläufe + Protokoll-Templates (fachlich zu definieren, Kap. 12) |
| Material- & Lieferantenstamm | Materialsuche (Kap. 6.4), Lieferantenbewertung (Kap. 6.6); Verhältnis zu den bestehenden Webapps klären (Gap-Analyse Kap. 10) |
| Teams/Abteilungen, Mitarbeiter/innen | Zuweisungen, Arbeitsvorrat, Zeiterfassung |
| Einheiten, Preisfaktoren, Stundensätze | Pricing (Kap. 3.6, 6.5) |
| Normenkatalog | Spezifikationen (Kap. 3.4) |
| Maschinenstamm (interne Anlagen) | Maschinenplanung (Kap. 8.2) |
| Nummernkreise | Auftrags-, Komponenten-, Offert-, Rechnungsnummern: Formate und Anschluss an die Alt-Nummernwelt definieren |
| Checklisten-Definitionen | Aufnahme-/Hauptteil-Checklisten je Teiletyp (Kap. 6.1/6.2) |
| Beleg-/E-Mail-Vorlagen | Belegerzeugung (Kap. 10.8) |
10.5 Benutzer, Rollen & Rechte
- Login & Benutzerverwaltung — Voraussetzung für «Erfassung pro Mitarbeiter/in» (Kap. 9), Zeiterfassung und Änderungshistorie; kein Entwurf
- Rollenmodell: wer darf Offerten freigeben, Preise/Einkaufspreise sehen (Werkstatt vs. Verkauf), Status übersteuern, Stammdaten pflegen — die Alt-App kennt nur drei stationsgebundene Rollen
- Gerätekontext Werkstatt: geteilte Terminals/Tablets brauchen schnellen Benutzerwechsel (PIN/Badge) statt des Auto-Logout-Modells der Alt-App
10.6 Aufgaben & Benachrichtigungen
Mehrere Konzeptteile versprechen Erinnerungen, ohne dass ein Mechanismus definiert ist: Offerte-Nachfass (Kap. 6.5), Betriebsmittel-Prüftermine/Terminsetzer (Kap. 7.1), Terminverzug (Kap. 6.4), Material-Lieferverzug (Kap. 6.6). Nötig ist ein einheitliches Aufgaben-/Benachrichtigungskonzept: Zustellung (In-App-Inbox pro Person/Team, optional E-Mail), Fälligkeiten, Quittieren — sonst bleiben die Erinnerungen wirkungslos.
10.7 Dashboard & Auswertungen
- Dashboard (erster Sidebar-Punkt, kein Entwurf): Was sieht welche Rolle beim Einstieg (Startseite) — und wie verhält es sich zum bestehenden Führungsinstrument (Plattform-Entscheid, Kap. 12)? Team-Dashboard ist als Neuanforderung genannt
Das heutige Produktions-Dashboard ist wirklich gut und dient als Führungsinstrument; zusätzlich braucht es künftig ein Team-Dashboard — wie beides zusammenspielt, ist intern zu klären.
Workshop 02.07.2026 - Auswertungen & Qualität (Sidebar-Punkt, kein Entwurf): Startumfang definieren — mindestens Stunden/Umsätze und die Lieferantenbewertungs-Auswertung (Kap. 6.6); das Konzept Qualitätsmeldungen fehlt ganz; Alt-Reports siehe Gap-Analyse Kap. 8
10.8 Belegerzeugung & E-Mail-Versand
- PDF-Templates: Offerte, AB, Lieferschein, Empfangsbestätigung, Prüfprotokoll, Arbeitsrapport, Kundenavis (+ Rechnung je nach Szenario, Gap-Analyse Kap. 6) — Layout/CI und Sprachen klären (Kunden in CH und DE)
- E-Mail-Versand: Absenderkonten, Vorlagen je Belegart, BCC-/Archivregeln, Versandprotokoll (wer hat wann was an wen geschickt)
- Automatische Ablage aller erzeugten Belege am Auftrag — das «Archivierte Dokumente»-Muster aus Kap. 6.5 verallgemeinern
10.9 Globale Suche
Alle Mockups zeigen ein Header-Suchfeld, der Funktionsumfang ist nirgends definiert. Mindestens: Auftragsnummer, interne + Kunden-Artikelnummer, Kunde, Kommission; Referenz für mehr: die globale Suche der Alt-App (Search_Global: Freitext, Ort, Teileart, Durchmesser).
10.10 Datenmigration
- Kunden, Kontaktpersonen, Konditionen aus der Alt-DB
- Laufende Aufträge: Stichtagsregel oder befristeter Parallelbetrieb definieren
- Komponentenstamm: existiert im Altsystem nicht (Teile sind auftragsgebunden) — Strategie wählen: initial leer und Komponenten bei jedem neuen Auftrag anlegen vs. Vorab-Ableitung aus Alt-Teilen/Gravuren
- DMS-Dokumentbestand (heutige Pfad-/Namenskonvention) in die neue Ablage überführen
- Offene Posten/Rechnungen: abhängig vom Rechnungs-Szenario A/B (Gap-Analyse Kap. 6)
10.11 Technik & nicht-funktionale Anforderungen
- Plattform: Web-App, Mehrbenutzer; Browser-/Geräteanforderungen
- Werkstatt-Endgeräte: Tablet-Tauglichkeit der Prozess-Tabs, Kamera-Integration (Fotos direkt aufnehmen statt Datei-Upload), Mikrofon/Spracherkennung — Dienstauswahl inkl. Umgang mit Schweizerdeutsch
- Speicher-/Mengengerüst: Fotos und Dokumente in grosser Zahl pro Auftrag (Kap. 9) — Ablage, Grössenlimits, Aufbewahrung
- Offline-Verhalten für Aussendienst-Szenarien (Kap. 4.3) klären
- Betrieb: Hosting, Verfügbarkeit, Backup/Restore, Datenschutz (Kundendaten)
11 Datenmodell-Skizze
Kernentitäten und Beziehungen (Grobmodell, kein Feldkatalog):
- ENDKONTROLLE verwendet Prüfungen aus dem PRÜFUNGS-KATALOG
- BETRIEBSMITTEL haben wiederkehrende PRÜFUNGS-LOGS und BUCHUNGEN (Fahrzeug-/Maschinenplanung, optional mit Auftragsbezug)
- MITARBEITER/IN erfasst Zeiteinträge und verursacht ÄNDERUNGEN (Änderungshistorie: Entität + Feld + alter/neuer Wert, generisch)
Hinweise
- AUFTRAGSTEIL ist der auftragsbezogene Teilbaum (Zustand, Messwerte, Arbeiten dieser Reparatur); KOMPONENTE ist der permanente Stamm (Identität, technische Angaben). Das ist der zentrale Unterschied zur Alt-App, wo
tdtaTeilbeides vermischt am Auftrag hängt
| appl-v2 | Alt-Tabelle | appl-v2 | Alt-Tabelle |
|---|---|---|---|
| KUNDE | tdtaKunde | ZEITEINTRAG | tdtaAufwand |
| KONTAKTPERSON | tdtaKontaktperson | MATERIALPOSITION | tdtaMaterialeinsatz |
| AUFTRAG | tdtaAuftrag | OFFERTE | tdtaOfferteZuAuftrag |
| AUFTRAGSTEIL | tdtaTeil | RECHNUNG | tdtaRechnungZuAuftrag |
| BEARBEITUNG | tdtaArbeit | — | — |
Ohne Alt-Pendant (neu): ANLAGE, KOMPONENTE (permanent), SPEZIFIKATION, BETRIEBSMITTEL, PRÜFUNGS-KATALOG/-LOG, BUCHUNG.
12 Scope & Priorisierung
Kern-Scope (Gegenstand der Entwürfe)
Noch zu konzipieren (im Scope, aber ohne Entwurf)
| Thema | Stand |
|---|---|
| Rechnung/Belegwesen | «Noch kein Entwurf» — Anforderungen in Kap. 6.9; Alt-Features (QR-Rechnung, Nummernvergabe, Mahnwesen, Zahlungen …) siehe Gap-Analyse Kap. 6 |
| Terminierung/Projektplanung | Feinkonzept nötig |
| Endkontrolle-Prüfkataloge | Standardprüfungen je Komponententyp müssen fachlich definiert werden |
| Einkauf & Lieferanten | Teilweise vorhanden (Material am Unterteil, Warenkontrolle, Lieferantenbewertung) — Modul-Ausbau nötig |
| Konditionen-Tab | Preis-/Rabattmodell pro Kunde definieren (inkl. Basar-Realität: verhandelte Abweichungen) |
| Basis-Bausteine | Listen/Einstiege, CRUD-Flüsse, Rechte, Aufgaben/Benachrichtigungen, Vorlagen, Migration — Sammlung in Kap. 10 |
Bewusst später (deferred)
| Thema | Workshop-Aussage |
|---|---|
| CRM | «später mal anschauen», nicht für Go-live nötig; heutiger Ansatz «relativ gut» |
| Lagerlogistik | noch zu erarbeiten |
| Kunden-Self-Service | Aufnahme/Komponenten-Registrierung via Website — später (Webformular existiert) |
| KI-Features | Foto→Schadensbeschreibung automatisch; Datengrundlage jetzt schaffen, Umsetzung später |
KI-Referenz: Für einen anderen Kunden laufen bereits Video-Auswertungen mit KI, die für jede Szene beschreibt, was im Bild passiert.
Workshop 02.07.2026Offene Entscheide
- Prüfmittel: bestehendes Tablet-Tool integrieren oder parallel weiterbetreiben?
- Dashboard/Führungsinstrument: auf neuer Plattform neu bauen oder Bestehendes weiternutzen? (intern zu klären, parallel aufbauen)
- Kopplung Rechnungsstellung/Umsysteme: deckt appl-v2 das Belegwesen selbst ab, oder werden die Rechnungsdaten nur an das bestehende Rechnungsprogramm übergeben (Workshop-Tendenz)? Entscheid bei Schenker; bestimmt, ob Mahnwesen/Zahlungen/Kundenkonto Umsetzungs- oder Schnittstellenthema sind — siehe Gap-Analyse Kap. 6
Tendenz aus dem Workshop: Die Rechnungsdaten werden voraussichtlich nur ans bestehende Rechnungsprogramm übergeben — dann sind die Schnittstellen absehbar; Schenker klärt das intern.
Workshop 02.07.2026
13 Nächste Schritte (aus dem Workshop)
- Entwicklerseite fixiert die «glasklaren» Punkte schriftlich (→ dieses Grobkonzept) — Schenker-Review zur gemeinsamen Baseline
- Schenker liefert offene Fragen/Klärpunkte (u.a. Rechnungs-Kopplung, Prüfmittel-Entscheid, Dashboard-Plattform)
- Gap-Analyse mit Schenker durchgehen: welche Alt-Funktionen müssen zum Go-live vorhanden sein
- Grobes Arbeitspaket-/Budget-Gerüst: inkrementelle Arbeitspakete, erstes Paket umsetzen, messen, extrapolieren
Die Software-Entwicklung hat sich in den letzten ein, zwei Jahren so stark verändert, dass 20 Jahre Schätzerfahrung nicht mehr passen. Deshalb: ein Arbeitspaket umsetzen, die Dauer messen und auf die restlichen Pakete extrapolieren.
Workshop 02.07.2026 - Feinkonzepte für die markierten Themen: Rechnung/Belegwesen, Terminierung, Endkontroll-Kataloge, Einkauf/Lieferanten, Konditionen — plus die Basis-Bausteine aus Kap. 10 in die Arbeitspakete einplanen